Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)

Der Tierarzt ist durch die GOT verpflichtet, jede seiner Leistungen in Rechnung zu stellen und die Abrechnung nach der GOT vorzunehmen. Danach darf er grundsätzlich den einfachen Satz nicht unterschreiten und den dreifachen Satz nicht überschreiten. Dazwischen liegt es im Ermessen des Tierarztes, den Satz für jede einzelne Leistung festzulegen. Nach § 2 GOT berücksichtigt er dabei die Schwierigkeit der Leistung, den Zeitaufwand, den Wert des Tieres und die  örtlichen Verhältnisse. Für vermeintlich gleiche Leistungen können daher unterschiedlich hohe Sätze in Rechnung gestellt werden.

Behandlungsvertrag

Die Behandlung ist aus juristischer Sicht idR ein Dienstvertrag (Ausnahme: bei der Kastration wird ein Werkvertrag angenommen). Beim Dienstvertrag schuldet der Tierarzt die Behandlung, aber nicht den Erfolg. Daher sind die Leistungen des Tierarztes auch dann zu zahlen, wenn der gewünschte Erfolg nicht eintritt, z.B. die Heilung eines Tieres nicht möglich war.

Kostenvoranschlag

Ein verbindlicher Kostenvoranschlag ist dem Tierarzt nicht möglich, da er ein Lebewesen behandelt: damit ist nicht vorhersehbar, welche Leistungen erforderlich werden. Durch die GOT ist er jedoch verpflichtet, jede angefallene Leistung in Rechnung zu stellen.

Fälligkeit der Rechnung

Der Rechnungsbetrag ist sofort fällig. Es ist daher durchaus üblich, dass der Tierarzt auf sofortige Zahlung besteht. Wenn Ihnen der Tierarzt eine Zahlungsfrist einräumt, ist dies ein Entgegenkommen von seiner Seite, kann aber nicht vorausgesetzt werden.

Wenn Sie dem Tierarzt den Auftrag zur Behandlung geben, dann wird angenommen, dass Sie sowohl zahlungsfähig als auch zahlungswillig sind. Sprechen Sie lieber im Vorfeld mit dem Tierarzt über die Kosten und die Zahlung. Wenn Sie die Rechnung nicht zahlen kann der Tierarzt unter Umständen die Herausgabe des Tieres verweigern. Es entstehen dann weitere Kosten in Folge der Fortsetzung der Unterbringung beim Tierarzt.

Des weiteren ist er berechtigt, weitere Behandlungen abzulehnen (außer in einem Notfall = lebensbedrohlicher Zustand).

Tipp

Damit es nach der Behandlung des eigenen Tieres nicht zu „bösen Überraschungen“ durch hohe Behandlungskosten kommt, rät die Bundestierärztekammer (BTK) Tierhaltern folgendes Vorgehen:

  • Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt im Vorfeld erklären, welche Untersuchungen er plant und wie er dann – je nach Diagnose – das Tier behandeln will!
  • Auch wenn die emotionale Betroffenheit, die Sorge um das Tier, groß sind: Sprechen Sie den Tierarzt auf die voraussichtlichen Kosten an, doch beachten Sie dabei: Ein Tier ist ein Lebewesen – einen verbindlichen Kostenvoranschlag wie bei einer Handwerkerrechnung kann es nicht geben!
  • Ähnlich wie Zahnärzte bieten auch viele Tierarztpraxen Teilzahlungen an oder lassen Ratenzahlungen über Finanzpartner abwickeln – bei finanziellen Engpässen sollten Sie mit ihrem Tierarzt ehrlich darüber sprechen!