Fundtiere beim Tierarzt

Wenn Sie ein Tier finden, ist der Fund lt. Fundrecht (§§ 965-984 BGB) unverzüglich der Fundbehörde anzuzeigen. Dies ist die Gemeinde, auf deren Gebiet Sie das Tier gefunden haben.

Die Gemeinde als Fundbehörde muss dann das Tier versorgen, gegebenenfalls tierärztlich behandeln lassen und die Kosten dafür tragen (§ 966 BGB).

Wird der Halter festgestellt, macht die Fundbehörde die Aufwendungen, die sie während der Verwahrung des Tieres hatte, beim Halter geltend (§ 970 BGB).

Zeigen Sie den Fund nicht unverzüglich an und wollen dann Aufwendungen von der Fundbehörde, wie zB Futter oder Tierarztkosten ersetzt haben, kann die Gemeinde dies wegen Verstoßes gegen die unverzügliche Anzeigepflicht nach § 965 BGB ablehnen und Sie bleiben auf den Kosten sitzen. Des weiteren könnte der Vorwurf der Fundunterschlagung erhoben werden.

Ist das Tier verletzt und muss sofort vom Tierarzt behandelt werden, müssen Sie das Tier sofort zum Tierarzt bringen (ansonsten verstossen Sie gegen das Tierschutzgesetz). Grundsätzlich sind Sie dann als Auftraggeber der Behandlung dem Tierarzt gegenüber zur Bezahlung seines Honorars verpflichtet und können dies bei unverzüglicher Fundanzeige ( vgl. o.  § 965 BGB) der Fundbehörde gegenüber als Aufwendungen nach § 970 BGB geltend machen. 

Der Tierarzt kann sein Honorar nicht nach § 970 BGB gegenüber der Fundbehörde geltend machen, da er ja nicht der Finder ist. Es gibt keinen Fonds, aus dem der Tierarzt für die Behandlung von Fundtieren oder Wildtieren bezahlt wird. Er ist durch die GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) verpflichtet, jede seiner Leistungen mit mind. dem einfachen Satz in Rechnung zu stellen. Die Rechnungsstellung erfolgt idR gegenüber dem, der die Untersuchung und Behandlung in Auftrag geeben hat (Finder oder Fundbehörde).