Ausbildungsgenehmigung

Grundsätzlich hat jeder in eigener Praxis niedergelassene Tierarzt die Möglichkeit, TFAs auszubilden.

Voraussetzung ist eine Ausbildungsgenehmigung, die bei persönlicher Eignung des ausbildenden Tierarztes sowie Eignung der Ausbildungsstätte auf schriftlichen Antrag erteilt wird.

Tierärzte, die erstmals ausbilden möchten, wenden sich bitte zur Information an die Geschäftsstelle der Kammer.

Der ausbildende Tierarzt muss sicherstellen, dass die nach der Ausbildungsordnung geforderten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden können.

Für die Prüfung des Antrags wird eine Gebühr gemäß Tarifstelle 4.1 der Gebührenordnung der Landestierärztekammer Baden-Württemberg vom 22.11.1994 i.d. jeweils gültigen Fassung erhoben.

Ausbildungskapazität

Nach § 27 Abs. 1 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz (vom 23.03.2005) hat die Zahl der Auszubildenden in einem angemessen Verhältnis zur Zahl der Fachkräfte zu stehen. Gemäß Beschluss der Vertreterversammlung der LTK BW von 1981 muss für jede/n Auszubildende/n

  • eine Tierärztin oder ein Tierarzt in Vollzeit oder
  • eine Tierarzthelfer/in / bzw. TFA mit abgeschlossener Berufsausbildung in Vollzeit

in der Ausbildungspraxis tätig sein.

Praxismitarbeiter, die nicht über eine abgeschlossene Ausbildung als TAH oder TFA verfügen (auch mithelfende Ehepartner), müssen eine mindestens vierjährige Berufstätigkeit im Aufgabenbereich TFA vorweisen.

Ausnahmen

Ausnahmen von dieser Regelung sind nur in besonders begründeten Fällen möglich. Hierzu muss ein schriftlicher Antrag eingereicht werden, der eine Begründung enthalten muss. Die Entscheidung trifft der zuständige Ausschuss. Die Ausnahmeprüfung ist kostenpflichtig.

Ausbildungsplan

Rechtsgrundlage:

Der Ausbildungsplan stellt die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung dar.

Der Ausbildungsplan ist wesentlicher Bestandteil des Ausbildungsvertrags (§ 11 Abs, 1 Satz 2 Nr. 1 BBiG). Er ist nicht im Formularvertrag enthalten, sondern eine Anlage zu diesem.

Fehlt der Ausbildungsplan, erfüllt der Ausbildungsvertrag nicht die Vorgaben des BBiG und kann nicht in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen werden (§ 35 Abs. 2 BBiG). Der Ausbildungsplan ist daher Voraussetzung für die Eintragung.

Der ausbildende Tierarzt hat den Ausbildungsplan nach § 6 Verordnung über die Berufsausbildung zum TFA/ zur TFA vom 22. August 2005 (BGBl. I S. 2522 ff.) unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für die Auszubildenden zu erstellen. Der Ausbildungsrahmenplan ist in den Anlagen 1 und 2 der Verordnung über die Berufsausbildung enthalten. Diese ist in den Unterlagen, die der ausbildende Tierarzt mit dem Blankoformularvertrag erhält, enthalten.

Der Berufsbildungsausschuss hat 2016 beschlossen, nicht mehr auf das Vorhandensein des Ausbildungsplans in den Praxen zu vertrauen, sondern die Geschäftsstelle zur lückenlosen Prüfung verpflichtet durch Anforderung der Vorlage für alle Ausbildungsverträge, bei denen der Berufsschulunterricht erstmals im Herbst 2017 oder später beginnt.

 

Erstellen des Ausbildungsplans bei Abschluss des Ausbildungsvertrags:

Druckvorlage (Link) für handschriftliche Eintragungen

Vorlage für PC (Link) für Eintragungen mittels PC

Bitte verwenden Sie eine der beiden Vorlagen und gehen wie folgt vor:

  • Seite 1:     Hier sind die Angaben zum individuellen Ausbildungsvertrag einzutragen. 
  • Seite 2-17: Bitte geben Sie auf den folgenden Seiten in der Spalte betriebliche Ergänzungen/Besonderheiten an, wie/wann/wo Sie bestimmte Ausbildungsinhalte planen, zu vermitteln (= Individualisieren des Ausbildungsplans).

Der Ausbildungsplan ist im Original mit dem Ausbildungsvertrag und den anderen notwendigen Unterlagen an die Geschäftsstelle zu senden. Sie erhalten den Ausbildungsplan im Original mit Ihren Vertragsexemplaren und den Unterlagen zum Ausbildungsnachweis per Post zurück nach Eintragung des Ausbildungsverhältnisses.

(s.o.: Der Ausbildungsplan ist wesentlicher Bestandteil des Ausbildungsvertrags und daher eine der Voraussetzungen für die Eintragung des Ausbildungsvertrags. Ohne Ausbildungsplan ist keine Eintragung möglich. Für die Nachforderung von Unterlagen fallen Bearbeitungsgehühren an. Was Sie einreichen müssen, finden Sie im Anschreiben, mit dem Sie den Formularvertrag erhalten)

 

Umsetzung des Ausbildungsplans während der Ausbildung:

I. Erledigungsvermerk (rechte Spalte)

Dieser muss vom ausbildenden Tierarzt mit Datum unterschrieben werden.

Der Ausbildungsplan beinhaltet die sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung in der Praxis und weist den tatsächlichen Ausbildungsverlauf aus. Die Dauer der Ausbildungsabschnitte und ihre zeitliche Folge können nach den Fähigkeiten des Auszubildenden und den Besonderheiten der Ausbildungsstätte variiert werden.

Der ausbildende Tierarzt hat die Ausbildung so zu gestalten, dass der Auszubildende zum Zeitpunkt der Zwischen- und Abschlussprüfung alle bis dahin jeweils notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten erwerben kann. Was in der Zwischenprüfung abgefragt wird, finden Sie im Ausbildungsrahmenplan A. und B.(Anlage 2 zur Ausbildungsverordnung). Für die Abschlussprüfung kommt dann noch Ausbildungsrahmenplan C. hinzu.

II. Anmeldung zur Abschlussprüfung

Der Ausbildungsplan (mit den Erledigungsvermerken des Ausbilders) ist dem Ausbildungsnachweis als Inhaltsverzeichnis voranzustellen.

Der Ausbildungsnachweis (inkl. Inhaltsverzeichnis Ausbildungsplan) ist mit den restlichen Unterlagen zur Anmeldung zur Abschlussprüfung an die Geschäftsstelle zu senden.

III. Ergänzung zwischen Anmeldung und Praktischer Abschlussprüfung:

Nach Prüfung des Antrags auf Zulassung zur Abschlussprüfung wird der Ausbildungsnachweis (inkl. Inhaltsverzeichnis Ausbildungsplan) an den Auszubildenden zurückgesandt :

  • der Auszubildende muss die restlichen Ausbildungsnachweise erstellen und nach Unterschrift des ausbildenden Tierarztes einfügen
  • der ausbildende Tierarzt muss weiterhin Erledigungsvermerke mit Datum im Ausbildungsplan unterschreiben.

IV. Praktische Abschlussprüfung

Der Auszubildende muss bei der Praktischen Abschlussprüfung vorlegen:

  • Ausbildungsnachweis (mit 72 Berichten) und
  • Ausbildungsplan mit Erledigungsvermerken des ausbildenden Tierarztes als Inhaltsverzeichnis des Ausbildungsnachweises